Die Orsons – Jetzt EP

Releasedate: 29. März 2012
Label: Juice CD
Spieldauer: 35:53
Homepage: Chimperator

Erwartung an das Album:

Die erfolgreichste und einzige Deutschrapboyband des Landes ist zurück. Die Orsons zaubern uns eine wunderhübsche Beilage zur Juice in die Finger und nennen das ganze Jetzt EP. 8 Songs der 4 verrückten Kunstbegabten, ganiert mit einem Bonustrack zusammen mit MC Basstard und JAW. Klingt schön, sieht schön aus, schmeckt gut. In höchster Vorfreude auf hervorragend produzierte Beats von Maeckes und Tua, lebendigen Wahnsinn in Zeilenform von Plan B und Kaas plus verströmender Liebe und in den Boden verankerte Verse von Maeckes und Tua mit astreinem technischen Vortrag. Soviel zur Theorie.

Tracks:

1. Jump (Video anschauen)

Das O ist wieder back. Representer im Orsonsstil. Die 4 Protagonisten bringen in gewohnter Manier erstmal paar amüsante Zeilen ohne groß was zu sagen. Die Hook lädt zum springen ein. Kaas flowt überraschend stark.

2. Die Fanfaren

Guter Plan B Part, sehr guter Maeckes, und umwerfender Kaas, der einfach mal den Bogen zwischen Kain und Abel, Kanye West und den Orsons spannt mit irrem Flow und noch irreren (stimmt das so?) Stimmvariationen. Da verzeiht man ihm auch die schrecklich kreischend gesungene Hookline.

3. jetzt

Sanfte Klänge umranden die Gedankengänge der Orsons, die über Vergänglichkeit und die Zukunft philosophieren. Tua wundert sich überhaupt so alt geworden zu sein, während Kaas eine goldene Zukunftsvision ausmalt. Mit Platin an den Wänden. “Sollten unsere Kinder irgendwann mal meckern: Früher war alles viel besser. Dann meinen sie damit jetzt.”

4. Kalter Krieg

Die Orsons rüsten auf. Mit Jesus, Buddah und Muhammed im Rücken von Kaas, und der grandiosen Selbsreflektion von Tua sind sie bestens gewappnet jede Schlacht zu überstehen. Und zur Not hat Plan B noch Nunchucks dabei. “Ihr meint Orsons sei Quatsch Ich mein Orsons for life.” Allerdings verblassen hier die Leistungen der anderen neben Tua zu bloßen Blinklichtern.

5. Surrealismus

Der Beat wabbert wunderbar. Und Tua zeigt was für ein begnadeter Techniker er ist. Maeckes gewohnt philosopisch über die Welt und sich selbst. Kaas verliert sich wieder in irren Geschichten. Wie kommt der Kerl auf soviel Unsinn. Sehr coole Hook.

6. zurückgelassen

Noch ein Lied über Veränderung und die Schneisen der Zeit. Viel Tua, aber dennoch werd ich nicht recht warm mit dem Lied. Langweilige Hook und vor sich hin trudelnder Beat. Schade, wär mehr drin gewesen.

7. Motherfuckin` Orsons!!!

Maeckes zeigt endlich sein komplettes Potential. Methaphernreich, intelligent und so derbe geflowt, “als ob er jeden Wasserhahn auf Ex leer trank.” Plan B fällt dagegen meilenweit ab. Und Kaas in all seiner Bescheidenheit erklärt Tua, Mackes, Plan B und Casper zu den besten Rappern. Tua schliesst dann mit einem gnadenlos grandiosen Part ab. Einzig die Hook nervt. Trotzdem toll.

8. Hi Fuss Posifeet

Der bescheuertste Song der EP, aber witzig. Die Orsons geben deutsche Begriffe vor und reimen dann die englischen Übersetzungen aufeinander.

9. Ihr misskapiert es

Packender Beat. Basstard bringt gute Leisung, ich mag den Typ aber nicht. Plan B witzig, kritisch, gut. Doch was Kaas veranstaltet ist der schiere Wahnsinn. Umwerfender Part, tolle Technik. Der selbstironische Hinweis zu Tua zu skippen wer Wert auf Reime legt, muss bei dieser Darbietung ignoriert werden. Herrlich. Schon auf Manx kam mir JAW etwas gelangweilt im Vortrag vor und das hat sich nicht geändert. Die Eloquenz und Reimtechnik stimmt, der Hunger fehlt. Maeckes bringt das Ganze dann souverän zu Ende. Ein würdiger Abschluss der EP.

Fazit:

Die Beats bleiben trotz der genialen Produzenteneigenschaften eines Tuas und der Kreativität eines Maeckes etwas hinter den Erwartungen zurück. Zwar wabbert und brummt es teilweise ganz ordentlich, aber so richtig eindrucksvoll bleibt nur wenig hängen. Allerdings denke ich, da werden Kräfte für das anstehende Album gespart. Was allerdings technisch und lyrisch losgelassen wird ist über jeden Zweifel erhaben. Maeckes philosophiert wie eh und je, Plan B lässt seinen amüsanten Gedanken freien Lauf, Tua eh längst nicht mehr von dieser Welt und was dann noch Kaas abliefert ist letzlich der bloße Irrsinn. Wunderbar verspielt das Ganze. Und ein schön angerichteter Appetithappen um die Zeit zum neuen Album zu überbrücken. Juice kaufen….JETZT!!!

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Zwischen Genie und Wahnsinn schwankendes, misanthropisches Ungetüm an literarisch geballter Gewalt, gebannt, gebändigt und zu Papier gebracht von Widefeld...

Tags: , , , , , , , 140 Zeichen | 1. April 2012

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